Erfolgreiche Öffentlichkeitsbeteiligung: Was macht sie aus?

Öffentlichkeitsbeteiligung ist ein entscheidendes Instrument, um Bürger:innen in politische und planerische Prozesse einzubinden. Doch was macht eine solche Beteiligung tatsächlich erfolgreich? Der Artikel „Impact- und Erfolgskriterien gelungener Öffentlichkeitsbeteiligung“ in Band 1 des PART-COM-Magazins beleuchtet die Kriterien, die den Impact (die langfristige Wirkung) und den Erfolg (die Zufriedenheit der Beteiligten) solcher Prozesse bestimmen. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse. 

Warum Öffentlichkeitsbeteiligung wichtig ist 

Die Einbindung der Öffentlichkeit stärkt nicht nur die Transparenz und Legitimität von Entscheidungen, sondern kann auch deren Qualität und Nachhaltigkeit verbessern. Dennoch gibt es in der Praxis erhebliche Herausforderungen: Oft fühlen sich Bürger:innen nicht ausreichend angesprochen oder wahrgenommen, was die Effektivität solcher Prozesse beeinträchtigt. 

Die zentralen Kriterien für Erfolg 

Auf Basis von Interviews mit Expert:innen und einer Bürger:innenumfrage wurden zehn zentrale Kriterien identifiziert, die für eine gelungene Beteiligung entscheidend sind: 

  1. Aufsuchende Formate: Proaktive und zielgerichtete Ansprache, um die Teilnahmebereitschaft zu erhöhen. 

  1. Feedback und Kommunikationskultur: Klare Kommunikation über Möglichkeiten und Grenzen der Beteiligung sowie regelmäßige Rückmeldungen. 

  1. Visualisierung: Verständliche Aufbereitung von Plänen und technischen Informationen, um die Zugänglichkeit zu verbessern. 

  1. Niederschwellige Informations- und Beteiligungsangebote: Einfache und leicht zugängliche Formate, die eine schnelle Beteiligung ermöglichen. 

  1. Zeitpunkt der Beteiligung: Frühzeitige Einbindung aller relevanten Akteure, um Verzögerungen und Konflikte zu vermeiden. 

  1. Multi-Channel-Ansatz: Kombination aus digitalen und analogen Kanälen, um eine breite Zielgruppe zu erreichen. 

  1. Digitale Beteiligungslösungen und -plattformen: Ergänzung analoger Formate durch digitale Tools wie Online-Umfragen oder Bürger-Apps. 

  1. Diskussionskultur: Schaffung von Räumen für respektvollen Austausch auf Augenhöhe. 

  1. Beteiligung der Jugend: Integration junger Menschen durch spezifische Formate und Bildungspartizipation. 

  1. Übergreifende Dialoge: Förderung von Transformationsdialogen, um gesellschaftliche Muster zu erkennen und gemeinsam Strategien zu entwickeln. 

 

Digitale Lösungen als Schlüssel 

Die Umfrage zeigt eine klare Präferenz der Bürger:innen für digitale Beteiligungsformen wie Online-Umfragen (81,2 %) oder Bürger-Apps (52,6 %). Diese Lösungen ergänzen analoge Formate und bieten eine bequeme Möglichkeit zur Mitwirkung.

Herausforderungen und Potenziale 

Trotz aller Fortschritte gibt es noch offene Baustellen: 

  • Visualisierung: Komplexe Inhalte müssen verständlich aufbereitet werden. 

  • Jugendbeteiligung: Junge Menschen fühlen sich oft nicht ausreichend eingebunden. 

  • Diskussionskultur: Es braucht Räume für respektvollen Austausch auf Augenhöhe. 

Fazit 

Eine erfolgreiche Öffentlichkeitsbeteiligung erfordert zielgerichtete Kommunikation, niederschwellige Angebote und die Integration digitaler sowie analoger Formate. Kommunen und Städte können von diesen Erkenntnissen profitieren, um ihre Beteiligungsprozesse effektiver zu gestalten – für eine nachhaltige und inklusive Entscheidungsfindung.